News

Gewebe aus dem 3D-Drucker

Ein sogenannter Strechter, der mithilfe von 3D-Druck gefertigt wurde, dehnt und trainiert so das dreidimensionale Gewebe, damit es später beispielsweise als Sehnenersatz fungieren kann (Foto: CANTER)
Ein sogenannter Strechter, der mithilfe von 3D-Druck gefertigt wurde, dehnt und trainiert so das dreidimensionale Gewebe, damit es später beispielsweise als Sehnenersatz fungieren kann (Foto: CANTER)

[01|08|2018]

Neuer Forschungsschwerpunkt an der HM beschäftigt sich mit dem Aufbau von funktionellem Gewebe im Labor

 

Forschende an der Hochschule München haben sich auf die Suche nach besseren Lösungen zur Herstellung von Gewebe mit 3D-Druckern begeben. Das sogenannte Tissue Engineering (TE) beschäftigt sich mit dem Aufbau von funktionellem Gewebe im Labor.

 

Dieses Gewebe ist vielseitig einsetzbar: als Implantat, zur Unterstützung der Geweberegeneration und als Testsystem für toxische Substanzen oder Wirkstoffe in der Pharma- oder Kosmetikindustrie. Da die Gewebeherstellung sehr komplex ist und das Wissen vieler Fachbereiche erfordert, forschen Ingeneurinnen und Ingenieure, MedizinerInnen und NaturwissenschaftlerInnen am CANTER (Centrum für Angewandtes Tissue Engineering und Regenerative Medizin) gemeinsam. Das CANTER ist ein Zusammenschluss der Hochschule München und der Kliniken der LMU und der TU München.

 

Knorpelregeneration und kontrahierende Gewebepatches

In einer ersten Förderphase entwickelte das CANTER-Team eine vollkommen neue Bioprinting-Plattform für das 3D-Drucken von künstlichem Gewebe und forschte an verbesserten Verfahren zur Herstellung und Regeneration von Knorpel. Nun stehen zusätzlich neue Methoden zur Herstellung künstlicher Sehnen und Enthesen, also dem Übergang vom Knochen zur Sehne, im Fokus für die klinische Anwendung.

Auch Gewebepatches aus Herzmuskelzellen und dem Protein Kollagen, die funktionell und zur Kontraktion fähig sind, werden für das Wirkstoffscreening von Arzneimitteln entwickelt. Bei Herzinfarkt-Patienten könnten Ärzte diese Patches künftig auch zur Reparatur geschädigter Herzmuskeln einsetzen. Ein weiteres Ziel ist es, neue Verfahren zu entwickeln, die in Zukunft die Herstellung komplexer und großer TE-Gewebe mit integrierten Blutgefäßen und Nervensträngen ermöglichen.

 

Dieser neu genehmigte Forschungsschwerpunkt ist Teil des weiteren Ausbaus der Forschungsstrukturen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Promotionen und die Kooperation mit lokalen Unternehmen und Einrichtungen sind wichtige Elemente dieses Schwerpunkts.

 

 

Cathrin Cailliau

 

Bildergalerie